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Älter werden beginnt heute – Unser erstes Active Aging Event

Am 23. Oktober 2026 haben wir in der Quinta das Maravilhas bei Silves zum ersten Eu Sou Active Aging Event eingeladen. Menschen von Anfang dreißig bis über achtzig kamen zusammen, um mit uns eine Frage zu bewegen, die uns alle betrifft: Wie möchten wir älter werden?

Für uns, meine Mutter Simone und mich, war es der erste gemeinsame Vortragsabend. Und der Moment, in dem eine Vision, die uns schon lange begleitet, endlich Menschen zusammengebracht hat.

Erst einmal ankommen

In der Woche davor waren wir noch ziemlich aufgeregt. Wir gingen unseren Vortrag immer wieder durch, organisierten die letzten Dinge und bereiteten das Essen vor. Würde alles so zusammenkommen, wie wir es uns vorgestellt hatten?

Am Veranstaltungstag wurde es in uns überraschend ruhig. Wir waren früh vor Ort, bauten auf, stellten Getränke bereit und gingen unsere Worte ein letztes Mal durch. Irgendwann war da vor allem dieses Gefühl: Jetzt machen wir es einfach. Wir sind bereit.

Als die ersten Gäste eintrafen, lag das warme Licht der untergehenden Sonne über der Terrasse. Zwischen Palmen, Holztischen und dem Pool leuchteten die Lichterketten. Musik lief, Lea begrüßte die Gäste an der Bar mit Getränken, und nach und nach füllte sich der Ort mit Gesprächen. Manche kannten uns schon. Andere begegneten uns und Eu Sou zum ersten Mal. Paare, Freunde und Menschen, die allein gekommen waren, fanden zusammen. Es wurde gelacht, genascht und erzählt.

Wir begannen unseren Vortrag etwas später als geplant. Die Menschen waren bereits mitten im Kennenlernen. Genau dafür wollten wir Raum geben.

Wie alt möchtest du werden?

Mit dieser Frage begann meine Mutter unseren ersten Vortrag. Eine Zahl im Kopf zu haben, ist das eine. Sich vorzustellen, wie man diese Jahre leben möchte, etwas ganz anderes. Wo möchte ich wohnen? Wer soll um mich sein? Was möchte ich noch erleben? Und wie möchte ich behandelt werden?

Simone erzählte von Philipp, dessen Geschichte sie seit mehr als zwanzig Jahren begleitet. Ein Mann, der bis ins hohe Alter voller Leben und Ideen war. Nach einem Sturz entschieden andere über seinen nächsten Wohnort. Seine Geschichte wurde für meine Mutter zum Anstoß, sich frühzeitig mit dem eigenen Älterwerden auseinanderzusetzen und mit mir darüber zu sprechen. Aus dieser persönlichen Erfahrung ist mit der Zeit eine viel größere Frage entstanden: Warum geben wir einer Lebensphase, die uns alle betrifft, so wenig Raum?

Ich erzählte auch von meinem eigenen Alltag. Als Mutter, als arbeitende Frau und als Mensch mit Träumen kenne ich das Gefühl, ständig beschäftigt zu sein. Kaum ist eine Aufgabe erledigt, wartet die nächste. Zeit für sich selbst, eine Reise, etwas Neues ausprobieren? Später. Doch was passiert, wenn wir das Leben, das wir uns wünschen, immer wieder auf später verschieben und gleichzeitig Angst davor haben, älter zu werden?

Und wenn wir unseren Wert daran messen, wie viel wir leisten: Wie können wir uns dann auf eine Zeit freuen, in der wir vielleicht weniger Aufgaben erfüllen?

Während wir sprachen, erlebte ich eine Aufmerksamkeit, die mich sehr berührt hat. Die Blicke waren bei uns. Die Menschen hörten zu. Ich hatte immer wieder das Gefühl: Diese Fragen kommen an, weil sie etwas mit dem eigenen Leben zu tun haben.

Welches Bild vom Älterwerden geben wir weiter?

Wir wollten an diesem Abend auch darüber sprechen, wie ältere Menschen gesehen und behandelt werden. Wie schnell von Kosten, Einschränkungen und Unterstützungsbedarf die Rede ist. Und wie leicht dabei der Mensch mit seinen Wünschen, seiner Erfahrung und seinem Leben aus dem Blick gerät.

Unser Wert verschwindet nicht, wenn wir weniger leisten. Auch dann nicht, wenn wir Hilfe brauchen.

Die Vorstellungen, mit denen wir aufwachsen, beeinflussen unseren Umgang mit anderen. Gleichzeitig prägen sie das Bild unserer eigenen Zukunft. Und unsere Kinder schauen zu. Sie lernen von uns, was es bedeutet, älter zu werden. Darin liegt auch eine Möglichkeit zur Veränderung. Wir können genauer zuhören, eigene Annahmen hinterfragen und Menschen mehr zutrauen. Wir können uns fragen, was uns selbst helfen würde, mit einem besseren Gefühl auf die kommenden Jahre zu schauen. Diese Gedanken nahmen wir mit in die Pause. Bei selbst vorbereiteten Häppchen und Getränken war Zeit, miteinander zu sprechen, neue Menschen kennenzulernen und den Abend zu genießen. Wie sehr unsere Gäste das Essen und die Vorbereitung wertschätzten, hat uns besonders gefreut.

Als es dunkel wurde, teilten wir unsere Vision

Zum zweiten Teil des Abends war die Sonne untergegangen. Die Lichterketten und geflochtenen Lampen tauchten die Terrasse in warmes Licht. Jetzt ging es darum, wie aus den Gedanken des ersten Vortrags konkrete Möglichkeiten entstehen können. Eu Sou bedeutet auf Portugiesisch „Ich bin“. Für uns steckt darin die Anerkennung eines ganzen Menschen: mit seiner Geschichte, seinen Bedürfnissen und allem, was noch vor ihm liegt.

Unsere langfristige Vision ist Eu Sou Living. Ein Ort, an dem Menschen selbstbestimmt wohnen, Gemeinschaft erleben und in Verbindung mit Natur und Tieren leben können. Mit privatem Rückzugsraum, Begegnungen und Möglichkeiten, sich einzubringen. Das Herz dieser Vision ist das Eu Sou Active Aging Center. Und mit diesem Herzen möchten wir beginnen. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem körperliche, mentale und emotionale Gesundheit gemeinsam betrachtet werden. Einen Ort, an dem Menschen Zeit für sich finden und neue Erfahrungen in ihren Alltag mitnehmen können.

Active Aging bedeutet für uns, das eigene Leben bewusst mitzugestalten. Entscheidungen zu treffen und dem Älterwerden Aufmerksamkeit zu schenken. Mit allem, was zu uns gehört. Doch wir müssen nicht auf ein fertiges Center oder ein Dorf warten, um anzufangen. Deshalb bauen wir bereits jetzt das Eu Sou Active Aging Movement auf: mit Begegnungen, Member-Meetups, geplanten Live-Sessions, Workshops und Retreats. Mit sozialen Aktionen, Verbindungen zwischen Generationen und dem Wunsch, bestehende Day-Care-Projekte zu unterstützen.

Begeisterung, Fragen und ehrliche Gespräche

Unsere Vision führte zu vielen Gesprächen. Einige Gäste konnten sich vorstellen, einmal an einem solchen Ort zu leben. Andere sahen Möglichkeiten, ihr Wissen und ihre Arbeit einzubringen, etwa bei Workshops, Retreats oder im zukünftigen Center. Auch mögliche Investitionen wurden angesprochen. Und natürlich kamen berechtigte Fragen: Wie lässt sich ein so großes Vorhaben umsetzen? Was braucht es dafür? Wo stehen wir heute? Wir haben offen geantwortet. Wir stehen am Anfang. Es gibt vieles zu prüfen, auszuarbeiten und aufzubauen. Für die Annahme von Investitionen ist unser Konzept noch nicht weit genug entwickelt.

Was es bereits gibt, ist unsere Entscheidung, diesen Weg zu gehen. Und die Bereitschaft, die nötige Arbeit Schritt für Schritt zu leisten. Der Abend hat uns darin bestärkt, weiter herauszugehen, zu sprechen und Menschen zusammenzubringen. Unsere Gedanken hatten an diesem Abend Zuhörer gefunden. Menschen hatten ihre eigenen Erfahrungen und Fragen dazugelegt. Damit war Eu Sou zum ersten Mal auf diese Weise gemeinsam erlebbar geworden.

Aus einem Abend kann Gemeinschaft wachsen

Ein Unternehmen braucht ein Team. Ein Verein braucht Mitglieder. Und auch unsere Vision braucht Menschen, die sagen: Das ist mir wichtig. Dazu möchte ich beitragen.

Genau dafür haben wir die Membership geschaffen. Mit einer Supporter-Mitgliedschaft für 9 Euro im Monat unterstützt du den Aufbau der Community, unsere sozialen Vorhaben und die nächsten Schritte auf dem Weg zum Center. Du bleibst über die Entwicklung informiert und kannst bei unseren Events und Member-Meetups dabei sein. Mit der Pionier Membership erhälst du den Raum dein eigenes Älter werden in Gemeinschaft aktiv zu gestalten, bist ebenfalls bei Events und Member Meetups dabei und profitierst von ausgewählten Angeboten.

Besonders wichtig sind uns die Gestaltung der regelmäßigen Meetups. Es sollen Orte werden, an denen wir einander zuhören, Erfahrungen teilen und gemeinsam überlegen: Was brauchen wir? Was können wir beitragen? Wie möchten wir unser Leben und unser Älterwerden gestalten? Es darf um Körper und Geist gehen, um Lebensfreude, Veränderungen, das Leben und auch das Sterben. Um Fragen, die im Alltag oft wenig Platz finden. Und um das gute Gefühl, damit nicht allein zu sein. Du kannst deine Ideen und Erfahrungen einbringen. Du kannst aber auch einfach sagen: Ich finde diese Arbeit wichtig und möchte sie unterstützen. Beides hilft uns, weiterzugehen.

Wenn du dich darin wiederfindest, laden wir dich herzlich ein, die Membership kennenzulernen und Teil von Eu Sou zu werden.

Und wenn du beim nächsten Event dabei bist, bring gerne jemanden mit. Vielleicht beginnt für einen Freund oder eine Bekannte genau dort ein Gedanke, der etwas verändert.

Danke, dass ihr diesen Anfang möglich gemacht habt

Danke an alle, die gekommen sind, zugehört, Fragen gestellt und ihre Gedanken mit uns geteilt haben. Wir konnten diesen Abend vorbereiten. Zu dem, was er wurde, habt ihr ihn gemacht.

Unser besonderer Dank gilt Lea für den tollen Service, Andrea für die Videoaufnahmen und Julie für die Fotografie. Danke auch an Jeannette, Jordy und Dann für die wunderschöne Location und die Unterstützung vor Ort. Und natürlich ein Danke an alle Gäste, die diesen Abend mit ihrem Dasein, Fragen und Überlegungen zu so etwas wundervollem gemacht haben.

An diesem Abend haben wir das Älterwerden nicht auf später verschoben. Wir haben ihm Zeit und Aufmerksamkeit gegeben. Und damit auch uns selbst und den Jahren, die noch vor uns liegen.

Wir sind dankbar für diesen Anfang und freue mich auf alles, was daraus gemeinsam entstehen darf.

Vanessa & Simone